Wissenswertes

Wissenswertes für Versicherungsmakler

Welche Gesellschaftsform ist die richtige?

Eines ist klar. Mit einer GmbH hat man es deutlich leichter, wenn man ein Versicherungsmakler-Unternehmen übergeben oder verkaufen möchte. Das liegt ganz einfach daran, dass die vertraglich Bindung nicht direkt zwischen Ihnen und einem Kunden, sondern zwischen der Versicherungsmakler-Gesellschaft und dem Kunden besteht. Insofern wird z.B. bei einem Verkauf einer Versicherungsmakler-GmbH zu keinen Problemen kommen. Beim Verkauf einer Einzelfirma entstehen Herausforderungen, die sich aus dem Bundesdatenschutzgesetz ergeben.

Klar ist aber auch, dass eine Versicherungsmakler-GmbH deutlich mehr Aufwand und deutlich höhere Kosten verursacht.

Was passiert mit dem Bestand, wenn der Versicherungsmakler stirbt?

Bei einer Einzelfirma ist davon auszugehen, dass der Versicherungsmakler-Bestand und die daraus resultierenden Courtageeinnahmen verloren sind. In § 673 BGB ist geregelt, dass der Vertrag eines Beauftragten „im Zweifel“ erlischt.

Stirbt der Makler, so hat der Versicherer ein mächtiges Problem. Tritt z.B. die Witwe des Maklers an den Versicherer heran und bittet um Übertragung des Versicherungsmakler-Bestands auf XY, so kann der Versicherer diesem Wunsch nur nachkommen, wenn er sich gleichzeitig strafbar macht, indem er gegen das Bundesdatenschutzgesetz verstößt. Da Datenschutzverstöße direkt dem Vorstand angelastet werden und diese empfindliche Folgen nach sich ziehen können, wird der clevere Vorstand versuchen, derartige Straftaten zu verhindern.

Versicherer werden i.d.R. neue Vollmachten von allen Kunden einfordern. Dass dies in der Praxis kaum funktioniert, sieht der Versicherer nicht als sein Problem.

Schon alleine die Einholung einer neuen Vollmacht des Versicherungsmaklers, kann als Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz gesehen werden. Denn der Makler ist ja nicht mehr am Leben und die Person die die Vollmacht verschickt oder überbringt, ist nicht legitimiert die zur Überbringung notwendigen Daten einzusehen.

Wenn die Übertragung des Versicherungsmakler-Bestands nicht funktioniert, übernimmt er diesen eben in die eigene Betreuung.

Diese Probleme gelten wie bereits erwähnt für die Einzelfirma. Bei einer Versicherungsmakler-GmbH existieren diese Probleme nicht, die GmbH wird einfach vererbt.

Warum sinken die Preise für Maklerbestände immer weiter?

Die Bezahlung von 3 Jahrescourtagen war vor Jahren durchaus keine Seltenheit. Heute gibt es derartige Zahlungen praktisch gar nicht mehr. Heute bewegen wir uns oft bei 1,5 Jahrescourtagen und manchmal sogar deutlich darunter. Viele Bestände finden gar keinen Käufer.

Die Datenschutzproblematik erschwert das Handling bei Bestandsverkäufen. Zudem sind die Kunden heute wechselwilliger, bei Bestandsverkäufen kommt es daher häufig zu Bestandsverlusten von 30% im ersten Jahr. Vor allem bei Beständen mit niedriger Vertragsdurchdringung, ist die Wechselbereitschaft der Kunden logischerweise sehr hoch.

Der Erwerber eines Maklerbestands übernimmt auch die Haftungsrisiken. Die meisten Maklerbestände bergen eine Vielzahl von Haftungsrisiken, die von einem Erwerber kaum zu beseitigen sind. Was der Makler über Jahrzehnte versäumt hat, kann ein übernehmender Makler, der die Kunden gar nicht kennt, nicht einfach und zügig beseitigen.

Lohnt sich der Verkauf eines Maklerbestands überhaupt?

Aus unserer Sicht ist ein Bestandsverkauf ein schlechtes Geschäft. Nehmen wir einfach mal einen Bestand mit einer Jahrescourtage von 100.000 Euro. Nehmen wir weiter an, dass wir einen Verkaufspreis von 200.000 Euro erzielen können. Dann bleiben nach Steuer ca. 100.000 Euro übrig.

Nehmen wir weiter an, dass der Verkäufer 65 Jahre alt ist und noch 20 Jahre lebt. Zinsen vergessen wir und nehmen an, dass die Inflation die Zinsen ausgleicht. Also teilen wir 100.000 Euro durch 20 Jahre und dann durch 12 Monate, dann kommen wir auf eine monatliche Rente von 416 Euro. Das ist unserer Ansicht nach kein Geschäft.

Nehmen wir an, der Makler hätte sich auf ein Geschäft mit uns eingelassen. Dann würden wir ihm lebenslang 4.166 Euro überweisen, also immerhin das Zehnfache!

Wie sollte man heute agieren?

Wir können Ihnen nur raten, die eigene Firma unverzüglich auf den Prüfstand zu stellen. Sie sollten sich folgende Fragen stellen:

  1. Wie hoch ist meine Vertragsdurchdringung, d.h. wie viele Verträge haben meine Kunden im Durchschnitt bei mir?
  2. Sind meine Bestände saniert oder vernachlässige ich meine Aufgabe als Versicherungsmakler?
  3. Wie stark ist das Unternehmen von mir selbst abhängig, d.h. was passiert, wenn ich für längere Zeit ausfalle.
  4. Ermitteln Sie Ihren Stundenlohn, indem Sie den Provisionsumsatz durch die eingesetzte Zeit teilen. Reicht der Stundensatz, um einen potenziellen Nachfolger zu beschäftigen?

Falls Sie Missstände erkennen, sollten Sie diese schnellstmöglich beseitigen. Sie laufen ansonsten Gefahr, dass Ihr Einkommen zu Lebzeiten immer weiter fällt und hinterlassen im schlimmsten Fall einen wertlosen Bestand. Sprechen Sie ggf. mit uns, wir haben Vergleichszahlen und können Ihnen leicht aufzeigen, wo ggf. Optimierungspotenzial schlummert.

Wir bieten Ihnen heute bereits Modelle an, die alle Ihre Probleme lösen. Allerdings setzen unsere Modelle Ihre Bereitschaft voraus, bisherige Herangehensweisen in Frage zu stellen und offen zu sein für eventuell notwendige Änderungen. Unter diesen Voraussetzungen können Sie davon ausgehen, dass Sie Ihr Einkommen deutlich erhöhen und Ihre Courtageeinnahmen über den Tod hinaus absichern.

Wenn Sie an einem Gespräch interessiert sind, klicken Sie einfach hier.